zur Geschichte unserer Kirchengemeinde
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Foto: Eugen Maier


Ein Steg, der hinaus ins Wasser führt. Auf den ersten Blick ein Symbol für Freiheit, für Weite, für Grenzenlosigkeit. Für das, was wir mit Ferien, Freizeit, Urlaub verbinden. Diese wunderbare Zeit, in der wir von vielerlei Zwängen befreit sind: von der Arbeit, vom Lernen. Eine Zeit, in der das Leben einen anderen Rhythmus bekommt – ruhiger, gelassener. In der wir andere Werte kennenlernen können: räumlich und in uns selbst und mit den Menschen, mit denen wir leben; vielleicht mit Gott.
 
Doch das Bild von dem Steg, der hinaus ins Wasser führt, enthält auch eine andere Botschaft. Der Weg ist sehr schnell zu Ende, wir kommen an eine Grenze. Und das ist auch eine Erfahrung der freien Zeit. Dass wir nicht nur einiges hinter uns lassen, sondern vieles mit uns nehmen. Wir bleiben immer auch Gefangene unserer selbst, manchmal mehr, manchmal weniger. Wir sehen den Himmel, doch sind wir keine Himmelsstürmer.
 
Doch wir haben als Christen eine Hoffnung. Dass mit Jesus und im Glauben an ihn der Himmel ein wenig in unser Leben einzieht. Nicht nur in der Ferienzeit, sondern auch im Alltag. Die Ruhe und die Gelassenheit der freien Zeit, das Gefühl der Weite und der Grenzenlosigkeit – das kann ich im Gebet und im Gottesdienst erfahren. Nicht immer, nicht auf Abruf, sondern als Geschenk, unvermutet, überraschend. Bei Gott kann ich manchmal Urlaub machen von alldem, was das Leben schwer macht.
                             Michael Tillmann

 

 
Öffnungszeiten
 
Evangelisches Pfarramt Lindow
Frau Birgit Harndt
jeden Montag von 09:30 – 12:00 Uhr und 13:00 – 15:30 Uhr
 
Sprechstunde
Pfarrer Holger Baum
jeden Dienstag von
10:00 – 12:00 Uhr und nach Vereinbarung
 

 
Kontakt
Pfarrer und Kantorin

Holger und Karin Baum,
Straße des Friedens 62,
16835 Lindow (Mark),

Telefon: (03 39 33) 7 02 96
Mail: pfarramt-lindow@freenet.de
k.baum-lindow@gmx.de

Gemeindepädagoge
Dirk Bock,
Mittelstraße 32,
16385 Lindow (Mark),
Telefon: (03 39 33) 71 57 4
Mail: dirk.bock@csw-np.de

 

 
Mögen Sie Zensuren?
 

       Foto: picture alliance/Frank May
 
 
Können Sie sich vorstellen, dass Sie von Ihrer Familie eine Zensur für Ihren Sonntagsbraten bekommen? Bloß nicht, sagen Sie vielleicht. Meine Familie hat sich Schweinebraten mit Klößen gewünscht. Da habe ich immer Angst, ob sie mir richtig gelingen und nicht zerkochen. Oder wie wär's mit Ihnen, möchten Sie eine Zensur haben für das Autofahren mit der Familie am vorigen Wochenende? Lieber nicht, denken Sie, das scheußliche Wetter, und dann der Stau auf der Autobahn im Dunkeln, ich war so nervös, beinahe hätte es gekracht! Mögen Sie Zensuren, habe ich gefragt. Und allen Erwachsenen ist klar: Dafür gibt es keine Zensuren. Wenn es welche gäbe für Schweinebraten und Autfahren, wäre manchen gar nicht wohl. Das Leben ist schon hart genug.
 
Wenn ich mit Kindern oder Jugendlichen über Zensuren spreche, höre ich oft Ähnliches. Die mögen auch keine Zensuren!
 
Aber sie müssen welche mögen. Ihr Leben wird in Noten eingeteilt zwischen Eins und Sechs mit allen Abstufungen, die erfunden wurden, um einen Unterschied zwischen „noch Zwei minus“ und „gerade mal Drei plus“ feststellen zu können. Noch schwieriger ist es ja mit den Zensuren in Fächern wie Zeichnen, Musik, Sport. Eine Schule ohne Zensuren – das wäre wie im Märchen, sagen die jungen Leute. Das gibt es nicht.
 
Die Bibel ist voll von Geschichten, wo Menschen „ohne Zensuren“ auskommen. Jesus hat sich immer wieder mit denen abgegeben, die von ihrer Umgebung „schlechte Noten“ bekamen. Der Apostel Paulus sagt von sich, dass er eigentlich den „Zensuren“-Maßstäben der Welt nicht entspricht. Eine der schönsten Geschichten erzählt das Alte Testament: Der Prophet Samuel soll für das Volk Israel einen neuen König salben. Gott schickt ihn zur Familie des Isai nach Bethlehem. Unter seinen Söhnen wird er den neuen König finden. Da treten sie alle an. Immer wieder will Samuel zugreiefen: „Der ist doch sehr gut!“ Aber Gott sagt ihm: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; Gott sieht das Herz an.“ Und schließlich wird der Jüngste geholt. Die Familie hatte ihn gar nicht erst kommen lassen. „Der ist's.“ Samuel salbt ihn zum König. Er wird der berühmte König David.

 

 
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Glauben heißt für mich, geborgen zu sein. Deshalb liebe ich den Psalm 23, der für mich ein Lebensbegleiter ist. Weil er ein Leben in Fülle und in Geborgenheit bei Gott beschreibt und zugleich nicht die Augen davor verschließt, dass auf dem Lebensweg auch finstere Schluchten liegen können. Im hebräischen Urtext ist sogar von Todesschattenschluchten die Rede; hier geht es nicht um Unannehmlichkeiten oder Unpässlichkeiten, sondern um existenzielles Leid und die Bedrohung des Lebens.
 
Hier träumt sich ein Beter nicht in ein himmlisches Paradies, sondern singt von seiner Lebens- und Gotteserfahrung: Dass sich Gott seiner annimmt, ihn führt, ihm Orientierung gibt für sein Leben und ihn zu einem guten Ziel sicher führt.
 
Ich kenne die Erfahrung von Finsternis und Leid im Leben und ich kenne die Erfahrung von Ziellosigkeit und Desorientierung, die oft damit einhergeht. Deshalb ist es gut für mich, Gott beim Wirt zu nehmen und sich gerade in solchen Zeiten an ihm festhalten zu können.
 
An ihm und seinem Sohn Jesus Christus, der von sich selbst sagt, dass er der gute Hirte für unser Leben sein möchte. Der gute Hirte, der als Lamm Gottes auch schlimmes Leid und Finsternis erfahren hat. Bei ihm bin ich in Freude und Trauer, im Glauben und im Zweifel gut aufgehoben, bin ich geborgen.

 

 


Wir wünschen Ihnen
eine schöne,
erholsame Sommerzeit
verbunden mit Gottes reichem Segen.
 
 
    Ihr Gemeindekirchenrat